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Raum Schiff |
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Stück von Sonja Prlić und Karl Zechenter
Uraufführung: 6. Mai 2006, WUK Theater. Großer Saal.
Ausgewählt für den Preis des Wettbewerbs Drama X 2006 in Kooperation mit der IG Autorinnen/Autoren.
- Was für ein Bilderbuchkarriere, Frau Netrebko. Von der Putzfrau in die große Opernsäle. Singen Sie noch immer, wenn Sie putzen?
- Niemals. Das sind für mich zwei völlig voneinander getrennte Tätigkeiten.
- Der Boden sollte gewienert werden.
- Zumindest mit etwas Würde. Menschlichkeit.
RAUM SCHIFF zeigt die Geschichte und Situation von Flüchtlingen so intensiv wie sie unseren Medienalltag durchdringt. Nämlich kaum. In einer Medienmontage begegnen wir Frau Netrebko, die endlich Österreicherin wurde und Frau Zou, die zwar einen Österreicher geheiratet hatte, doch nicht zu Österreicherin wurde – sondern ausgewiesen. Etwas abseits: Der Vorabend-Alien Alf im Brautkleid, der es noch zu gar nichts gebracht hat. Diese Besetzung schwebt auf einem Papierboot durchs All auf der Suche nach der ersehnten erlaubten Einreise.
Diese Situation schimmert durch eine dicke Schicht von Nachrichten, Medienbildern- und kontexten, die die Charaktere immer weiter absurd verformen. Die Flucht auf dem – natürlich vollen – Boot wird zur Reise mit dem Traumschiff, zur Entdeckungsfahrt mit der Kon-Tiki und schließlich tief im Weltall zur Begegnung der Star Trek Crew mit dem legendären Ölwesen Armus. Vom Ölwesen führt ihre Spur zum Öltanker, hin zur Ölpest und –pipeline, die tatsächlich „Nabucco“ heißt. Frau Netrebko und der Gefangenenchor des Schiffes sind selbstverständlich Stars der Oper und Gestrandete auf der gleichnamigen Pazifikinsel. Nabucco, nämlich Nebukadnezar II., hat mit seinem Plan Babel, den Hort der Sprachverwirrung und somit Geburtsort aller Sprach- und Kulturnationen, wiederaufzubauen, letztlich wesentlichen Anteil an der Misere, wie man heute leider bemerken muss. Die Hitze und Enge des Schiffes ist inzwischen unerträglich geworden, und bald scheint es, dass alle Charaktere ineinander schmelzen – können sie es noch verhindern selbst zum Treibstoff ihres Raumschiffes zu werden?
RAUM SCHIFF ist eine rasante, unterhaltsame und intensive Montage von Mythen, Bildern und Geschichten von Flüchtlingen quer durch die Medienlandschaft.
Stück für vier Stimmen mit Patrizia Köhle, Karim Chérif, Daniel Wagner und Dirk Warme.
DRAMA X (künstlerische Leitung: Harald Posch und Ali M. Abdullah) hat in Kooperation mit der IG Autorinnen/Autoren zum zweiten Mal den AutorInnenwettbewerb DRAMA X 2006 unter dem Motto:„Die Welt ist gut wie sie ist“ ausgeschrieben. Zehn Stücke wurden ausgewählt und werden in von den AutorInnen selbst szenisch eingerichteten Fassungen am 6. Mai 2006 im WUK, Währinger Straße 59, Wien präsentiert |
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